Zum Inhalt springen

Umbruch und Neubeginn ab Herbst 26

Ganzheitliche Erlebnis-Reitpädagogik neu gedacht – mit neuen Ideen und bewährten Konzepten

So starten wir in den Herbst 2026: mit 30 Jahren Erfahrung, vielen Fragen und der Lust, neue Wege zu gehen.

Seit drei Jahrzehnten stehen wir für innovative, pferdegerechte und ganzheitliche Konzepte in der Aus- und Weiterbildung. Für Reiter und Nichtreiter. Für Menschen, die Pferde mögen, sie verstehen und mit ihnen etwas erleben möchten.

Jetzt stehen wir als Pferdebetrieb vor neuen Herausforderungen. Deshalb haben wir im Team Ideen gesammelt und in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt. Wir haben zugehört, hinterfragt und schließlich beschlossen: Wir entwickeln unser Konzept weiter – passend zu veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und zu den Bedürfnissen von Menschen und Pferden.

Dabei beschäftigt uns auch eine ganz praktische Frage: Wie lässt sich das, was uns am Herzen liegt, wirtschaftlich gesund gestalten?

Auf diesem Weg möchte ich euch hier im Blog und auf YouTube mitnehmen. Ich möchte Ideen teilen, Erfahrungen sammeln und offen darüber sprechen, was funktioniert und wo wir nachbessern müssen. Über einen regen Austausch mit euch würde ich mich freuen.

Ein kleiner Einstallerkreis, der das Konzept mitträgt

Die erste Veränderung betrifft unseren Pensionsbereich. Ich habe beschlossen, künftig mit einem kleinen, sorgfältig ausgewählten Einstallerkreis weiterzuarbeiten, der unser neues Konzept unterstützt.

Damit knüpfe ich an meine Anfänge vor 30 Jahren an: an ein Miteinander, in dem einzelne Einstaller auch ihre geeigneten Pferde für gemeinsame Angebote zur Verfügung stellen.

Warum halte ich das für einen möglichen Weg?

Pferdehaltung stellt viele Betriebe vor große wirtschaftliche und organisatorische Aufgaben. Steigende Kosten, regionaler Futtermangel, klimatische Veränderungen und unbesetzte Boxen können die Planung erschweren. Gleichzeitig müssen Versorgung, Betreuung und Arbeitsaufwand zuverlässig abgedeckt sein.

Hinzu kommt das menschliche Miteinander. Wo Erwartungen unausgesprochen bleiben, Grenzen nicht respektiert werden oder unterschiedliche Vorstellungen von Pferdehaltung aufeinanderprallen, wird der Stallalltag anstrengend. Auch die Fülle widersprüchlicher Informationen in sozialen Medien kann Verunsicherung auslösen.

Für mich ist klar: Ein Pferdebetrieb braucht gegenseitigen Respekt, transparente Absprachen und Preise, die seine Arbeit tragen. Die Begeisterung für Pferde allein bezahlt weder Futter noch Arbeitszeit.

Arbeit und Verantwortung teilen

Gleichzeitig gibt es Pferdemenschen, die ihre Tiere lieben, aber aus beruflichen oder privaten Gründen nicht jeden Tag am Stall sein können oder möchten.

Hier setzt unsere Idee an: ein gemeinschaftlich organisierter Selbstversorgerstall unter sachkundiger Leitung, dessen Beiträge die vereinbarten Grundkosten verlässlich decken. Dazu kommen klar geregelte Möglichkeiten, sich gegenseitig zu entlasten.

Ein Beispiel: Ein geeignetes Pferd wirkt nach Absprache bei einem pädagogischen Angebot mit. Dafür wird an diesem Tag der Mistdienst übernommen oder eine andere vereinbarte Vergünstigung gewährt.

Das kann mehrere Vorteile verbinden: Besitzer werden entlastet, Aufgaben werden geteilt und Menschen ohne eigenes Pferd erhalten Zugang zu qualifizierten Pferdeangeboten. Zugleich muss der pädagogische Bereich möglicherweise weniger eigene Schulpferde finanzieren. Der dadurch entstehende Spielraum könnte auch Angebote für Menschen mit kleinerem Budget erleichtern.

Entscheidend ist die konkrete Gestaltung. Nicht jedes Pferd passt zu jeder Aufgabe. Gesundheit, Temperament, Ausbildung, Belastbarkeit und Ruhezeiten müssen berücksichtigt werden. Ebenso braucht es eindeutige Absprachen zu Einsatz, Betreuung, Verantwortung und Gegenleistungen.

Die Bedürfnisse der Pferde stehen dabei im Mittelpunkt. Ob das Modell wirtschaftlich trägt, müssen wir sorgfältig kalkulieren und im Alltag überprüfen.

Mein Wunsch ist: mehr miteinander gestalten, Arbeit fair teilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Pferde erleben – für alle Generationen

Die ganzheitliche Erlebnis-Reitpädagogik ist schon immer eigene Wege gegangen. Heil-, erlebnis- und naturpädagogische Elemente gehören seit Langem zu unserem Konzept.

Am Anfang steht für mich das Kennenlernen: Wie lebt ein Pferd? Wie nimmt es seine Umgebung wahr? Wie verständigen wir uns mit ihm? Und was entdecken wir dabei über uns selbst?

Pferde reagieren auf unsere Körpersprache, Bewegungen und Anspannung. Die Begegnung mit ihnen kann uns dazu anregen, genauer wahrzunehmen, bewusster zu handeln und uns auf den gegenwärtigen Moment einzulassen.

In Gesprächen erlebe ich, dass Menschen diesen Kontakt suchen, ohne unbedingt klassischen Reitunterricht zu wünschen. Sie möchten zur Ruhe kommen, Natur genießen und Pferden in einem geschützten, fachlich begleiteten Rahmen begegnen.

Dafür möchten wir neue Angebote entwickeln.

Das können Natur- und Pferdeerlebnisse für Erwachsene sein, gemeinsame Stunden für Familien oder Angebote für Senioren, bei denen Begegnung, Aktivierung und Erinnerungen Raum bekommen.

Jugendliche können mit und bei den Pferden üben, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen, Grenzen wahrzunehmen und als Team zusammenzuarbeiten.

Auch Menschen mit psychischen Belastungen möchten wir passende Begegnungen ermöglichen. Dabei müssen Qualifikation, Begleitung und Rahmen zum jeweiligen Angebot passen. Pädagogische Pferdeerlebnisse sind keine therapeutische Behandlung.

Für Unternehmen könnten ebenfalls Angebote entstehen, in denen Mitarbeitende Kommunikation, Zusammenarbeit und ihre Wirkung auf andere reflektieren.

Bei aller Vielfalt bleibt unser Anspruch derselbe: fachlich fundierte Angebote mit klaren Zielen und einem achtsamen Umgang mit den Pferden.

Besondere Erlebnisse als wirtschaftliches Standbein

Solche Angebote eröffnen möglicherweise auch wirtschaftlich neue Perspektiven.

Ein einzelner Erlebnistag, ein Workshop oder ein Gruppenangebot lässt sich anders planen und kalkulieren als wöchentlicher Unterricht. Für Teilnehmende kann eine einmalige Buchung leichter in den Alltag passen als eine dauerhafte Verpflichtung.

Auch Gutscheine bieten Möglichkeiten: gemeinsame Pferdezeit zum Muttertag, ein Naturerlebnis für einen lieben Menschen oder eine behutsame Wiederbegegnung für die Oma, die früher geritten ist.

Ob daraus ein tragfähiges Standbein wird, hängt jedoch von mehr als dem Preis ab. Vorbereitung, Personal, Gruppengröße, Nachfrage und die Belastung der Pferde müssen zusammenpassen. Das möchten wir erproben und ehrlich auswerten.

Aus- und Weiterbildung weiterentwickeln

Die Ausbildung von Menschen mit eigenen Pferden bleibt ein wichtiger Teil unserer Arbeit – mit Kursen, individuellen Angeboten und gegebenenfalls regelmäßigen Reitstunden.

Gleichzeitig nehme ich wahr, dass es schwieriger geworden ist, Präsenzkurse zu füllen. Zeitaufwand, Anfahrt, Kraftstoffkosten und Pferdetransport spielen bei der Entscheidung mit.

Deshalb überlegen wir, welche Inhalte wir ergänzend online vermitteln können. Denkbar sind Lernmaterialien, begleitende Online-Einheiten oder Angebote, die digitales Lernen mit praktischer Arbeit vor Ort verbinden.

Auch dieser Bereich braucht Zeit, eine gute didaktische Aufbereitung und eine realistische Kalkulation. Wir möchten ihn Schritt für Schritt entwickeln.

Drei Bausteine für unseren Betrieb der Zukunft

Unser bisheriger Entwurf besteht aus drei Bereichen:

1. Eine verlässliche Basis durch einen passenden Einstallerkreis
Ein gemeinschaftlich organisierter Stall mit kostendeckenden Beiträgen, klaren Aufgaben und verbindlichen Absprachen. Einzelne geeignete Pferde können nach Vereinbarung in pädagogische Angebote eingebunden werden – mit fair geregelten Gegenleistungen.

2. Qualifizierte Pferdeerlebnisse für verschiedene Generationen
Vielfältige Veranstaltungen und Angebote, die Begegnung, Naturerfahrung und gemeinsames Lernen ermöglichen. Abgestimmt auf die jeweiligen Menschen und auf das, was unsere Pferde leisten können.

3. Aus- und Weiterbildung in Präsenz und online
Bewährte praktische Ausbildung, ergänzt durch digitale Inhalte und Lernmaterialien, wo diese sinnvoll unterstützen.

Ein Neubeginn mit Erfahrung im Gepäck

Wir starten mit Ideen und mit der Bereitschaft, sie an der Wirklichkeit zu messen.

Was brauchen die Menschen, die zu uns kommen? Was tut unseren Pferden gut? Was können wir als Team dauerhaft leisten? Und welche Angebote tragen den Betrieb so, dass gute Arbeit auch langfristig möglich bleibt?

Nach 30 Jahren möchte ich unsere Erfahrung nutzen, um darauf neue Antworten zu finden. Mit Freude an der Entwicklung und einem klaren Blick auf die wirtschaftlichen Bedingungen.

Wie erlebt ihr die Veränderungen in der Pferdewelt? Könntet ihr euch ein solches Miteinander vorstellen – als Pferdebesitzer oder als Teilnehmer? Und welche Angebote würdet ihr euch wünschen?

Ich freue mich auf eure Gedanken und darauf, euch hier im Blog und auf YouTube mit auf diesen Weg zu nehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert